Darwin im Blumentopf

Oft liest man in Aussaatanleitungen, dass man 2 oder 3 Samen in einen Topf geben soll und die schwächeren Sämlinge später entfernt. Außerdem sät man natürlich immer mehr Samen, als man später Pflanzen haben möchte, da ja nicht jeder Samen auch wirklich keimt.

Samen halten sich ja auch nicht ewig und in einer Tüte sind manchmal (z.B. bei Löwenmäulchen) um die 200 Samen. Die Hersteller werden sich doch bestimmt etwas dabei gedacht haben und nicht mehr Samen als nötig in die Tüte getan haben, oder?

Aber was macht man, wenn doch unerwartet viele Samen keimen und man es absolut nicht übers Herz bringt Blumen oder Gemüsepflanzen wegzuschmeißen?

Dann kann es passieren, das man, so wie wir letztes Jahr folgende Probleme hat:

  • ungefähr 15 Paprikapflanzen im Garten, welche noch nicht einmal sonderlich gut schmecken
  • jede freie Ecke im Garten wurde mit unseren gefühlt tausenden Löwenmäulchen, Zinnien, Schmuckkörbchen und Buntnesseln bepflanzt. Das sah wirklich hübsch aus, aber diese ganzen Pflanzen zu pikieren macht echt keinen Spaß
  • Wir ca. 20 Physalis Pflanzen, aber keinen Platz oder eine entsprechend hohe Anzahl großer Töpfe, um diesen Pflanzen auch gute Wachstumsbedingungen zu bieten. Mit dem Ergebnis, dass die Pflanzen in ihren Mini Töpfen bei dem heißen Sommer regelmäßig kurz vor dem Verdursten waren. Die Ernte war dementsprechend mies.
  • Unsere Pflanzbank wurde in mehreren Iterationen so lang und breit, wie nie zuvor. Bis zum Herbst hatten wir es nicht geschafft, die riesige Menge an Stauden und Sommerblumen in den Beeten unterzubringen. Außerdem habe ich, wenn immer sich die Gelegenheit geboten hat, auch großzügig Pflanzen an Freunde und Bekannte verschenkt

Lange Rede, kurzer Sinn:

In einigen Quelltöpfen habe ich mehr als einen Samen reingesteckt. Dementsprechend waren auch in einigen Töpfen jetzt mehr als eine Pflanze drin. Da ich nicht vorhabe, die Quelltöpfe komplett auseinander zu fummeln, musste ich also heute eine Entscheidung treffen:

Kurzentschlossen habe ich mit festem Griff ganze 3 kleine Sämlinge aus den Töpfen gezogen und in den Bio Müll geworfen. Und was muss ich sagen?

Es hat sich angefühlt, als hätte ich 3 süße Katzenbabies ersäuft. Kurzum, es tat weh!!!

Fazit:

Ich versuche mich dieses Jahr in der Zahl der gesäten Samen zu zügeln. Aber mehr nicht. Darüberhinaus freue ich mich auch dieses Jahr wieder darauf, die Pflanzbank in alle Richtungen zu erweitern. In Zukunft wird bei uns wieder jeder Sämling seine Chance bekommen groß zu werden 🙂

Jeder Sämling bekommt bei uns seine Chance

6 Gedanken zu “Darwin im Blumentopf

  1. Das Problem hab ich auch immer. Ich will möglichst alles wachsen lassen. Aber spätestens, wenn gefühlt hunderte von (selbst ausgesäten) Borretsch-Pflanzen alles andere überwuchern oder die vier Bohnen oder Kohlrabi im Töpfchen zwar alle aufgehen, aber alle mickrig klein bleiben, muss man eingreifen.

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  2. Ha! Das Problem habe ich auch jedes Jahr. Schön, dass es nicht nur mir so geht! 😉
    Bei mir sind es hauptsächlich Tomaten, die ich immer „vorsichtshalber“ zu viel aussäe. Nicht dass eine Sorte zu wenig kommt…
    So kann es dann schon mal vorkommen, dass ich 60 Tomatenpflanzen im Garten unterbringen muss. Aber andererseits – Tomaten hat man doch nie zu viel, oder?

    Liebe Grüße, Sibylle von miteigenenhaenden.wordpress.com

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  3. 🤪 da bin ich aber froh, dass es mir nicht alleine so geht! Dieses Jahr habe ich für meine Tomaten eine Liste für meine Freunde gemacht. Damit ich nicht unnötig Sorten anziehe, diebisch dann nicht unterbringe. Ich möchte nur eine gezielte Anzahl für mich und meine Freunde ausbringen. Ansonsten dürfte vieles meiner. Unmenge an Gemüsepflänzchen zur Pflanzentauschbörse. Das Pikieren umging ich damit aber nicht. Und es war schon eine Menge Aufwand.

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