Sommerblumen pikieren

Heute stand mal wieder eine der (neben Unkraut jäten) unbeliebtesten Aufgaben auf dem Plan:

Geschätzte 100 Levkojen wollten pikiert werden, da es in der Anzuchtschale zu eng geworden ist und die Pflänzchen auch ganz schön in die Höhe geschossen sind.

Während aber nach dem Unkraut Jäten die Belohnung üblicherweise ein gepflegtes Beet ist, ist der Anblick nach dem Pikieren der Blumen eher ein Trauriger. Alle kleinen Pflänzchen lassen ihre Köpfe hängen oder liegen gar schlapp im Topf. Und jedes Mal die bange Frage, wird überhaupt irgendeine Pflanze die Prozedur überlebt haben?

Zum Glück bestätigt die Erfahrung, dass am Ende erstaunlich viele Blumen wieder auferstehen und man sowieso immer viel zuviel davon hat. Obwohl ich diesmal auch nur eine halbe Packung Blumensamen ausgebracht habe, waren es wieder dermaßen viele Pflanzen, dass ich es aufgegeben habe, in einzelne Töpfe zu pikieren.

Stattdessen setze ich die Pflanzen in relativ geringen Abständen (aber deutlich größer als in der Anzuchtschale) in Blumenkästen. Das hat in meinen Augen folgende Vorteile:

  • Im Vergleich zu kleinen Töpfchen trocknet die Erde im Blumenkasten nicht so schnell aus (in den letzten Jahren sind mir im Frühsommer, wenn die Blumen noch im Topf auf der Pflanzbank standen, immer wieder Pflanzen tagsüber vertrocknet, wenn sie in Mini Töpfen in der prallen Sonne standen)
  • Es wird kein Platz auf der Pflanzbank verschwendet (viereckige vs. runde Töpfe)
  • Ich brauche nicht soviel Erde wie für 100 kleine Töpfe und die Arbeit geht schneller von der Hand

Falls Ihr Euch fragt, warum wir Sommerblumen überhaupt in Töpfe pflanzen und nicht direkt ins Beet, das liegt an unseren Schneckenfreunden, die jede Mini Blume im Beet sofort vernichten würden.

Als Gegenmaßnahme haben wir in unserem Garten eine leider nicht sehr ansehnliche, gefühlt 500m lange Pflanzbank, aufgebaut aus alten Tischen und Brettern, wo jegliche Stauden, Blumen und Gemüse so lange vorgezogen wird, bis es für kräftig genug befunden wird, in die raue Natur entlassen zu werden.

Manche Kandidaten flüchten sich nach ersten Attacken auch wieder dahin zurück und verbringen dann dort den Rest ihrer Tage in Kübeln oder Töpfen.

Aber gut, die Pflanzbank werden wir nochmal in einem eigenen Beitrag vorstellen. Hier seht Ihr jetzt erstmal das Ergebnis der heutigen Pikier Aktion.

Nach den Zinien, Dahlien und Schmuckkörbchen, können wir damit die vierte Ladung Blumen abhaken. Es verbleiben (in ähnlicher Stückzahl wie heute):

  • Löwenmäulchen
  • Strohblumen
  • Flammenblumen
  • Zinien (Nachsaat)
  • Tagetes

Ich glaube ich bin ein Pflanzenhorder 😦

12 Gedanken zu “Sommerblumen pikieren

  1. Die Pflanzbank und deren unverzichtbare Rolle in unserem Pflanzenanzuchtsprozess wurden absolut treffend beschrieben. 👏🏻😂

    Was die zukünftigen Kandidaten angeht, die es zu Pikieren gilt, möchte ich noch an das Schleierkraut erinnern, das auf meinem Fensterbrett steht. Die Arbeit geht uns nicht aus. 😉

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    1. Das ist im Frühjahr und Herbst immer sehr arbeitsintensiv. Hat man alles fertig und ist alles gepflanzt kommt man mit dem Unkraut jäten gar nicht hinterher.
      Da freut man sich wenn das Wetter einem einen Strich durch die Rechnung macht und uns eine Zwangspause beschert.
      Aber jetzt geht es erst einmal mit großer Freude los.

      Gefällt 2 Personen

    1. schmoddd

      Haha, mit 100 Blumen würden wir bei einem Garten von mehreren Hektar aber nicht weit kommen. Ich glaub unser Garten hat so 1400qm und da ist noch viel Wiese dabei. Ja ich gebe zu, dieses Jahr haben wir echt mal wieder übertrieben. Ich glaube das liegt an dem Blog, weil der noch mehr anspornt. Andererseits, wenn wir Blumen einfach so ins Beet säen könnten, wären es ja kein Problem mal eben 100 Samen aufzubringen. Aber bei uns geht dann vielleicht eine Blume davon auf und dafür ist mir das dann doch zu Schade. Wir sind auch immer noch im Experimentiermodus, welche Pflanzen bei uns gut wachsen, wann man am Besten aussähe, was wohin usw. Ich denke in ungefähr 10 Jahren sind wir dann Experten 🙂 LG, Andrea

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      1. Ich bewundere eure ganzen Aussaaten und die anderen Arbeiten dazu. Ich kenne das, habe das selbst hier auch ne Zeit lang gemacht, überall in den Fensterbänken die ganzen Kästen (wir haben kein Gewächshaus oder sowas). Wenn ich jetzt was vorziehe, sehe ich zu, dass ich die Samen relativ einzeln auslege, so dass ich mir das Pikieren spare.
        Das glaube ich , dass euch das mit dem Blog ansport, man will immer was Neues berichten.
        Wir wohnen über 20 Jahre hier, haben auch schon viele Experimente durch, hauptsächlich mit Obst und Gemüse und nach jahrelangem Rasengarten, wird unser Garten seit 2,5 Jahren wieder einmal umgestaltet. Die Experimente hören nie auf 🙂
        1400 qm sind auch nicht gerade wenig und bieten viel Raum für viele Experimente für viele Jahre.

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    1. schmoddd

      Wir haben dieses Jahr auch definitiv zu viele Pflanzen für das, was wir an Beetfläche haben. Ich versuche schon über die letzten Jahre die Staudenbeete immer weiter zu vergrößern und größere Bereiche mit Beerensträuchern und Bodendeckern zu bepflanzen. Wenn es uns zuviel wird, können wir immer noch Rasen säen. Momentan sind wir aber eher in die andere Richtung unterwegs 😉 LG

      Gefällt 1 Person

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