Das Löwenmäulchen – Ein Dauergast in unserem Garten

Löwenmaul (Antirrhinum)

Heute möchte ich Euch mal eine meiner Lieblingsblumen vorstellen. Löwenmäulchen hatten wir schon in unserer Kindheit immer im Garten und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich damals immer auf und zu mit den kleinen Mäulern gespielt habe.
Seit einigen Jahren pflanzen wir jetzt auch das Löwenmaul in unserem Garten wieder an und zwar jede Menge davon.

Aber wusstet Ihr, dass das Löwenmaul eigentlich eine Staude und keine einjährige Blume ist?

Löwenmäulchen sind toll

Löwenmäuler sind wunderbare und anspruchslose Blumen, die eigentlich fast den ganzen Sommer und Herbst hindurch ununterbrochen blühen. Sie stehen offensichtlich nicht auf dem Speiseplan unserer Schneckenplage (die haben nämlich schon so manches Pflanzprojekt sabotiert) und die vielen schönen Farbkombinationen sind immer wieder eine Augenweide.

Meist einjährig kultiviert

Hierzulande wird das Löwenmaul meist einjährig kultiviert, weil die Pflanzen nicht winterhart sind und im Beet die rauen Temperaturen nicht überstehen.

Vor einigen Jahren, habe ich mir im Gartenmarkt ein besonders großes und schönes Example von Löwenmaul gekauft (eigentlich waren es sogar 3 Pflanzen in aufeinander abgestimmten Farben). Die Pflanzen waren schon sehr kräftig und die Stiele schon teilweise verholzt und sie blühten bis in den späten Herbst.  Im darauf folgenden Frühling habe ich nicht schlecht gestaunt, als 2 der Pflanzen begannen neu auszutreiben und abermals das ganze Jahr wunderbar geblüht haben.
Im darauf folgenden Winter war, dann leider Schluss und beide Pflanzen sind erforen.

Damals dachte ich noch, dass dies vielleicht eine besondere Sorte von Stauden Löwenmäulern gewesen wäre. Im darauf folgenden Jahr, haben wir dann erstmals selbst Löwenmäuler gesät und es hat sich gezeigt, dass alle Pflanzen das Zeug zur Überwinterung haben.

Die Aussaat

Löwenmäulchen zu säen ist eigentlich sehr einfach. Allerdings ist das Saatgut ist winzig klein und lässt sich kaum wirklich dosiert verteilen. Ich verwende meist Samen des großen Löwenmauls (Antirrhinum majus) und obwohl auf der Verpackung steht, dass die Pflanzen Kaltkeimer sind, hatte ich mit der Keimung ohne Kältereiz noch nie Probleme (vielleicht sind die Samen vorbehandelt??).

Nach kurzer Zeit sprießen die kleinen Pflänzchen und sie schießen auch anständig in die Höhe. Und dann beginnt das, was zu den meist verhassten Aufgaben im Hackbauerngarten gehört: das Pikieren.

Löwenmäulchen pikieren – warum tun wir uns das jedes Jahr wieder an?

Da meist viel zu viele Samen auf viel zu kleinen Raum gesät werden, haben wir gegen April meist eine Schale mit ungefähr 100 Mini Pflanzen. Dieses Chaos zu pikieren ist eine wahre Schinderei und artet in Fließbandarbeit aus. Da wir für 100 Pflanzen eigentlich auch 100 Töpfe mit Erde bräuchten und da Beides zur Anzuchtzeit immer Mangelware ist, pflanzen wir trotzdem immer 3-4 Pflanzen in einen Topf. Als nachhaltige Gärtner sind wir auch zu gutherzig um schwache Sämlinge auszusortieren und so wird wirklich alles eingepflanzt, was sich einigermaßen greifen lässt.
Die dünnen Stängel liegen dann meist völlig entkräftet in den Töpfen und wir fragen uns jedes Mal ob überhaupt eine Pflanze diese Prozedur überstehen wird.

Aber wundersamer Weise, einige Wochen später werden die Stängel dicker und die Pflanzen verzweigen sich und wachsen.  Bisher haben wir immer jedes Jahr so viele Pflanzen gehabt, dass am Ende immer die Frage stand, wohin eigentlich mit den ganzen Pflanzen?

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Ein buntes Beet voller Löwenmäulchen in allen Farben

Löwenmäulchen überwintern

Aus diesem Grund kam es dann auch vor, dass zum Ende des Sommers immer noch einige Löwenmäulchen in Töpfen auf der Vorratsbank standen und zum Ende des Herbstes dann ins Gewächshaus gewandert sind. Im Frühling war die Freude umso größer, als ich dann sah, dass gerade diese Pflanzen (die Ausschussware, die es nicht ins Beet geschafft hat), wieder neu austrieben und sich zu richtig kräftigen Stauden entwickelt hatten. Diese Blumen fangen dann bereits im Mai an zu blühen und haben einen Platz im Staudenbeet gefunden (sie werden dann auch richtig hoch, bis zu 1m).

Im letzten Herbst wollte ich dann besonders schlau sein: statt nur die übrig gebliebenen Pflanzen aus der 2. Reihe zu überwintern, haben wir gezielt die schönsten Farben aus dem Beet ausgesucht, die Pflanzen wieder ausgegraben, gekürzt und zur Überwinterung in Töpfe ins Gewächshaus gestellt.

Bisher sieht es aber eher ernüchternd aus

Die Löwenmäulchen im Beet vom letzten Jahr scheinen durchgehend alle erforen zu sein. Da regt sich leider kein Leben mehr.

Im Gewächshaus steht zwar ein Löwenmäulchen, welches dieses Jahr schon ca. 15cm ausgetrieben ist und gut aussieht, die meisten meiner ausgewählten Überwinterungsexemplare sehen allerdings nicht so aus, als würden sie noch leben. Aber mal sehen, vielleicht geht da noch was.

Eine erfreuliche Entdeckung habe ich allerdings im Staudenbeet gemacht: die zweijährigen Löwenmäulchen, welche bereits letztes Jahr verholzt waren, sind zwar oben komplett erforen, es sieht aber so aus, als würden sie unten wieder neu austreiben.

Hier mal ein paar Impressionen dazu.

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Sieht auf den ersten Blick leider ziemlich tot aus.
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Die großen zweijährigen Löwenmäulchen im Staudenbeet sehen auch nicht gerade gut aus.
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Da unten lebt doch noch was!!
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Wenn man genau hinsieht erkennt man unten die frischen Triebe.

Vielleicht muss ich die Überwinterungsstrategie noch ein bisschen optimieren.

Habt Ihr schonmal die Aussaat oder Überwinterung von Löwenmäulchen probiert? Wie sind Eure Erfahrungen damit?

3 Gedanken zu “Das Löwenmäulchen – Ein Dauergast in unserem Garten

  1. Pingback: Bestandsaufnahme im Gewächshaus und der erste richtige Gartentag des Jahres – Die Hackbauern

  2. Toller Beitrag, viel gelernt, vielen Dank dafür! 😊
    Da ich dieses Jahr endlich mehr Platz zur Verfügung habe, habe ich auch Löwenmäulchen gesät. Bisher keimt noch nichts, das mit dem Kältereiz wusste ich allerdings nicht, wenn sich weiter nichts tut, probiere ich das mal.
    Säen die sich bei Euch auch von alleine aus und verbreiten sich? Das fände ich nämlich auch ganz schön. LG, Mimi

    Gefällt 1 Person

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