Wildenten füttern? – Ja, aber…

Als Hackbauern sind wir zwar keine typischen Städter, immerhin haben wir einen Garten, 2 Kaninchen und bei uns verkehren auch diverse Katzen, dennoch lieben wir es am Wochenende in den örtlichen Park zu fahren, spazieren zu gehen und dort mit dem Nachwuchs die Enten zu füttern.

Unser Kleiner liebt das, aber leider machen einige durch die Stadt aufgestellte Schilder („Bitte füttern Sie keine Wildvögel“) uns jedes Mal ein ziemlich schlechtes Gewissen.

Grund genug sich einmal genauer mit dem Thema zu beschäftigen und herauszufinden, was eigentlich das Problem am Enten füttern sein soll, die sehen jedenfalls immer ziemlich glücklich aus und stürzen sich hungrig auf unser Futter.

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Papa und Mini Hackbauer umringt von hungrigen Seevögeln

Laut NABU besteht die Gefahr bei der Fütterung weniger für die Enten, als eher für das Gewässer.  Altes Brot und der auf eine Stelle zentrierte Kot vieler angelockter Vögel können zu einer Überdüngung des Gewässers führen und in letzter Konsequenz durch einen Sauerstoff Mangel dazu führen, dass das Gewässer abstirbt.

Das wollen wir natürlich nicht, aber auf das Enten Füttern wollen wir auch nicht ganz verzichten, zumal momentan viele Seen komplett zugefroren sind.

Daher füttern wir grundsätzlich nur unter Beachtung der folgenden Regeln:

  • Altes Brot wird grundsätzlich nicht verfüttert, es enthält zuviel Salz und quillt im Entenbauch auf. Dies kann zu Bauchschmerzen führen.
  • Wir füttern entweder Vogelfutter oder Haferflocken
  • Das Futter wird nicht in den See geworfen, sondern an Land für die Vögel ausgelegt. So hat zumindest das Futter selbst keine Auswirkungen auf den See
  • Es wird nur in Maßen gefüttert, keine Unmengen

Trotzdem fühle ich mich, nachdem ich zum Thema recherchiert habe, nicht mehr wirklich wohl beim Füttern. Wildvögel brauchen normalerweise kein Extrafutter, beim Streit um das Futter kommt es zu Aggressionen unter Artgenossen und dadurch dass die Tiere die Scheu vor dem Menschen verlieren, kann es zu Unfällen mit Autos oder Hunden kommen.

Ich denke zwar immer, wir machen dass ja nur für den Kleinen und schaue abschätzig auf die Brot fütternden Rentner, aber letztlich ist es der Natur egal, wer Schuld ist…

Wie seht Ihr das?  Ist für euch Wildvögel füttern grundsätzlich tabu? Habt Ihr ein Vogelhaus im Garten und füttert Ihr nur bei Frost und zugefrorenen Gewässern?

2 Gedanken zu “Wildenten füttern? – Ja, aber…

  1. Hallo Ihr,
    tja da hab ich mir auch schon manchmal Gedanken drüber gemacht. Als die Kinder noch klein waren bin ich mit ihnen auch ganz gern mal Enten oder Gänse an den Teichen (Moritzburg) füttern gegangen, natürlich so wie hier empfohlen. Hatte aber auch oft das Gefühl die sind schon völlig übersättigt. Wenn die Gewässer zugefroren sind und sich die Vögel nur noch an einem Wasserloch aufhalten, kann füttern sicher helfen, denn dann finden sie ja nicht soviel zu fressen. Aber im Normalfall ist das denke ich eher ein Vergnügen für uns Menschen und die Vögel sehen nicht mehr die Notwendigkeit sich selber was zu suchen.

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