Sie steckt einen Rosenstiel in eine Kartoffel. 14 Tage später traut sie ihren Augen kaum …

… diesen reißerischen Titel habe ich letztes Jahr im Sommer irgendwo gelesen und bin dann auf einer Seite gelandet, wo es darum ging Rosen über Stecklinge zu vermehren.
Da ich Rosen liebe (sie sind einfach die Königin aller Blumen, blühen bis in den Winter, werden nicht von Schnecken gefressen und blühen auch trotz vielleicht nicht ganz idealen Bedingungen immer wieder), wollte ich diese Methode unbedingt mal ausprobieren.

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Eine wunderschöne Rose im Garten, davon kann man eigentlich nie genug haben

Laut der Beschreibung sollte man einen Rosenstiel in eine Kartoffel stecken, die Kartoffel dann in einen Topf mit Erde, gut wässern und anschließend eine Plasteflasche oder ein großes Einweckglas über die Pflanze stülpen.
Nach 14 Tagen (oder nicht viel mehr), so wurde suggeriert, hat man dann einen neuen blühenden Rosenbusch in dem Topf stehen.

Hier ist ein Link zu einem Youtube Video wo die Methode nochmal genau erklärt wird (auf Englisch):
https://www.youtube.com/watch?time_continue=4&v=sqA9jG6QUvk

Das Experiment

(leider gibt es zu dem Experiment keine Bilder, da ich damals dieses Blog noch nicht hatte)

Also zog ich los und sammelte bei den Schwiegereltern im Garten ein paar Rosenzweige von Beet und Kletterrosen, wobei ich versuchte immer einen passenden Zweig mit der richtigen Anzahl von Augen zu finden.
Um kein Risiko einzugehen, suchte ich 4 extra große Kartoffeln in der Küche (das wäre eine ganze Mahlzeit für 3 Personen gewesen), bohrte passende Löcher rein, präparierte die Rosenstiele entsprechend und steckte diese in die Kartoffeln
Zusätzlich hatte ich noch extra Bewurzelungsdünger besorgt, welchen ich unter die Erde im Topf mischte. Abschließend wurde das Ganze gut gewässert und mit abgeschnittenen Plastikflaschen abgedeckt.

Das Ergebnis

Viele Wochen lüftete ich täglich eine Stunde lang meinen Rosenansatz und tatsächlich, irgendwann fing eine von den 4 Rosen an einem Auge auszutreiben. Welch eine Freude!
Nach einer Weile gab es auch bei einer zweiten Rose einen Trieb, während die beiden anderen Zweige langsam schwarz wurden und abstarben 😦
Ich war mir nicht sicher, wie lange die Plasteflasche auf der Rose bleiben sollte, darum entfernte ich sie erstmal nicht. Leider war das wohl nicht so gut und irgendwann fing einer der zwei Triebe abzusterben und auch der ganze Zweig wurde schwarz. Also entfernte ich bei der verbleibenden Rose die Abdeckung, aber wirklich viel tat sich dort nicht mehr.

Zweiter Versuch

Da das ganze aber prinzipiell zu funktionieren schien, wollte ich nicht aufgeben. Ich sammelte also nochmal diverse Rosenzweige. Diesmal war die Auswahl allerdings nicht mehr ganz so gut und ich nahm was ich bekommen konnte.
Kartoffeln wollte ich diesmal auch keine mehr opfern und ich steckte die Zweige direkt in ein Erde / Sand Gemischt mit Bewurzelungsdünger. Statt Plastikflaschen, verwendete ich diesmal lieber große Einweckgläser und zur Sicherheit steckte ich mehrere Zweige in jeden Topf um größere Chancen zu haben, dass wenigstens einer durchkommt.
Bis zum Ende des Sommers waren allerdings auch von dieser Versuchsreihe nur noch 1 oder 2 hoffnungsvolle Kandidaten übrig. Enttäuscht stellte ich die verbleibenden Töpfe zum Überwintern in den Keller, da die jungen Triebe sehr frostempfindlich sind.
Ich habe allerdings schon eine Weile nicht mehr nachgeschaut, ob die Pflanzen noch leben oder vielleicht schon vertrocknet sind.

Letzter Versuch

Ich hatte allerdings noch einen 3. Versuch vorher gestartet: Während des Sommerschnittes einer viel zu groß gewordenen Rose im Beet, sammelte ich einfach jeglichen Schnittabfall ein und steckte alle Stöckchen in ein leeres Hochbeet, ohne Kartoffeln, ohne Dünger und ohne Abdeckung. Den ganzen Herbst lang blieben die Stecklinge grün und als Winterschutz legte ich ein paar Tannenzweige aufs Beet.

Und was soll ich sagen: als ich letztens bei ca. -10°C im Garten war und zufällig mal an dem Hochbeet mit den Rosenstecklingen vorbei ging, waren alle noch grün und jeder einzelne Zweig war voller kleiner roter Triebe!!!

Fazit

Manchmal funktioniert die Natur auch einfach von alleine, ohne große Hilfsmittel.
Auf jeden Fall werden die Kartoffeln in Zukunft wieder in den Kochtopf wandern und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich dieses Jahr meinem Traum vom Rosengarten ein Stück näher komme.

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Mein Traum: ein Garten voller blühender, duftender Rosen

4 Gedanken zu “Sie steckt einen Rosenstiel in eine Kartoffel. 14 Tage später traut sie ihren Augen kaum …

  1. Hallo, diesen Versuch mit den Kartoffeln habe ich auch schon hinter mir! Sehr hoffnungsvoll habe ich gestartet und auch von den Nachbarn Stecklinge der schönsten Rosen gesammelt, jedoch waren die Kartoffeln bei mir das einzige was gewachsen ist! Die Rosen Stecklinge sind auch einfach abgestorben…. Vielleicht versuch ich es heuer auch einfach so wie du und stecke sie einfach in die Gartenerde 🙂 LG Katharina

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